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Wie ich zu meinem neuen Leben kam

Mein Name ist Elena und ich wurde im September 1982 in Russland geboren. Meine Mutter ist immer regelmäßig in die Kirche gegangen und hat mich und meine Geschwister meistens mitgenommen. Auch meine beiden Großmütter waren sehr gläubig und haben mir viele Geschichten aus der Bibel erzählt. So habe ich schon als Kind von Gott erfahren und ich habe jeden Abend zu Gott gebetet. Als ich acht Jahre alt war, sind wir nach Deutschland übergesiedelt. Wir fanden auch hier eine Gemeinde, in der wir jeden Sonntagmorgen den Gottesdienst besuchen konnten. Außerdem habe ich hier auch die Sonntagsschule besucht. Es hat mir dort immer Spaß gemacht und ich wusste ganz genau, dass es einen Gott gibt der auf mich runterschaut und ganz genau sieht wenn ich etwas Falsches mache. Ich habe oft zu Gott gebetet, dass er mich ändern möge, aber irgendwie hatte das keinen dauerhaften Erfolg. Irgendwann habe ich dann eine Bibel geschenkt bekommen und ich fing an jeden Abend darin zu lesen. Ich wusste auch, dass ich mich zu Gott bekehren muss wenn ich einmal in den Himmel kommen will. Und natürlich wollte ich dies, aber ich habe mir immer gesagt: "Du hast noch Zeit. Du bist noch so jung, du kannst dich immer noch später bekehren."

Ich weiß nicht genau wie alt ich war, vielleicht 14 oder 15, als ich anfing mich beim Gottesdienst und in der Kinderstunde zu langweilen. Ich fing an mich für Jungs zu interessieren und ich wollte lieber auf irgendwelche Partys gehen und lange wegbleiben. Natürlich war ich noch viel zu jung dafür und meine Eltern verboten mir dieses. Also habe ich angefangen zu lügen. Wir haben uns irgendwelche Geschichten ausgedacht um lange wegbleiben zu können oder um irgendwelche Partys besuchen zu können. Meistens habe ich bei anderen Freunden übernachtet, die schon älter waren und ausgehen durften. So haben meine Eltern nur wenig mitbekommen von meinem Nachtleben. Bei diesen Ausflügen kamen natürlich sehr schnell auch Alkohol und Zigaretten ins Spiel. Ich war ja ständig mit Leuten unterwegs die schon viel älter waren als ich und wollte natürlich alles mitmachen. Um mein Gewissen zu beruhigen habe ich fast jeden Abend in der Bibel gelesen und zu Gott gebetet, dass er mir verzeihen möge. Am nächsten Tag ging mein Leben jedoch weiter wie zuvor. Immer wieder habe ich mich selbst getröstet mit dem Gedanken, dass ich mich irgendwann bekehren werde, wenn ich von der Welt genug habe.

Mit 17 Jahren hatte ich dann einen festen Freund, dessen Leben ganz ähnlich verlaufen war wie meins. Er hatte auch gläubige Eltern und hatte irgendwann im Teenageralter das Interesse an den Gottesdiensten usw. verloren. Jetzt sind wir zusammen von einer Party zur nächsten gezogen, haben viel getrunken, geraucht und auch sonst so einiges mitgemacht.

Ich weiß gar nicht mehr wie es dazu kam, aber nach fast vier Jahren Beziehung hatte ich das Gefühl, dass es mit meinem Leben so nicht weitergehen konnte. Ich beschloss mich von meinem Freund zu trennen. Ich sagte ihm, ich wäre nicht mehr glücklich mit ihm, dabei lag es eigentlich mehr daran, dass ich mit mir so unzufrieden war. Doch ich brauchte noch einige Zeit um dies festzustellen. Nachdem ich mich von ihm getrennt hatte, ging es mit mir nur noch weiter bergab. Nichts hatte sich gebessert, denn ich wollte immer noch nicht einsehen, dass nur Gott mein Leben ändern könnte.

Doch für meinen Freund hatte sich die Sache damit nicht erledigt. Er rief ständig bei mir an, besuchte mich und wollte immer wieder etwas mit mir unternehmen. Dabei versuchte er mich zu überreden, doch wieder mit ihm zusammenzusein. Doch ich blieb hart. Wahrscheinlich kam für ihn die Wende als er gesehen hat, dass er alleine bei mir nichts ausrichten konnte. Jedenfalls kam er eines Tages und erzählte mir er hätte sich bekehrt. Anfangs habe ich dies nicht allzu ernst genommen, doch nach und nach hat sich gezeigt, dass er sein Leben wirklich ändern wollte und es auch tat. Er erzählte mir sehr viel von seinen Erfahrungen mit Gott und wie schön es wäre mit ihm zu leben. Und einige Tage später machte er mir einen Heiratsantrag, denn er wollte dieses schöne Leben mit Gott auch mir zeigen. Und er war überzeugt davon, dass Gott uns füreinander bestimmt hatte. Aber ich sagte Nein. Ich war wirklich nicht dazu bereit meine Freiheit aufzugeben, für ein Leben mit ihm und mit Gott. Und danach kostete ich meine sogenannte Freiheit nur noch mehr aus. Jedoch dauerte es nicht lange und mein Gewissen verklagte mich immer schärfer. Ich konnte nicht mehr ausgehen ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, ich konnte nicht einmal mehr ruhig schlafen. Ständig musste ich daran denken wie weh ich meinem Freund getan hatte, aber auch welche Riesenschuld ich vor Gott auf mich geladen hatte in dieser ganzen Zeit. Nichts hat mir mehr Spaß gemacht, ich war nur noch traurig und deprimiert und noch unzufriedener mit mir selbst als zuvor.

Ich weiß noch genau wie ich in meinem Bett lag und weinte, weil ich nicht mehr weiter wusste. Da rief mein Freund mich an und wollte sich mit mir treffen. Aus irgendeinem Grund, den ich selber nicht kannte, sagte ich zu. An diesem Tag habe ich ihm alles erzählt. Alles was sich in der Zeit zugetragen hatte, in der wir nicht zusammen waren. Ich weiß nicht woher er die Kraft dazu nahm, aber er fragte mich trotz allem wieder ob ich ihn heiraten würde. Er erzählte mir, wie schön unser Leben mit Gott werden könnte und versprach mir, dass wir mit Gottes Hilfe glücklich werden würden. Ich wusste wirklich nicht ob ich das wollte, ich wusste noch nicht einmal ob ich ihn überhaupt noch liebte, aber ich sagte diesmal Ja. Denn eins wusste ich ganz genau: mir konnte nur noch Gott helfen und er war doch Gott so nahe.

Doch mein Gewissen hat sich danach nicht wirklich beruhigt. Ich hatte mit meinem Freund wieder alles in Ordnung gebracht, aber mit Gott war ich noch nicht im Reinen. Ich fing also an zu beten. Ich betete immer wieder das Gleiche, und zwar, dass Gott mir meine Sünden vergeben möge und mir ein neues Leben schenke. Nach mehreren Gesprächen mit Menschen, die ihr Leben schon seit einiger Zeit Gott übergeben haben und einigem Bibellesen hatte ich begriffen, dass Gott mir schon bei meinem allerersten Gebet vergeben hatte. Ich konnte meine Schuld beruhigt auf ihn laden und einfach loslassen. Denn Jesus war auch für mich und meine Sünden am Kreuz gestorben. Er hat damals schon für alles gelitten, was ich heute falsch gemacht habe.

Für mich war jetzt nur noch wichtig, dass ich diese Entscheidung, mein Leben Gott zu übergeben, auch anderen Menschen mitteilen wollte. Ich wollte, dass es alle erfahren, dass Gott mich errettet hat. Also bin ich nach einer Bibelstunde in der Kirche einfach aufgestanden und habe es allen mitgeteilt. Das war auf jeden Fall einer der schönsten Tage in meinem Leben. Denn nachdem ich es öffentlich bezeugt hatte, fühlte ich mich wirklich von Gott angenommen. Ich war jetzt sein Kind und alle Welt freute sich mit mir. Und das wofür ich als Kind immer gebetet hatte, passierte jetzt wie von alleine. Gott veränderte mich völlig. Ich wurde ein neuer Mensch. Auch wenn die alten Gewohnheiten manchmal wiederkehren, so weiß ich doch, mit Gottes Hilfe kann ich sie ablegen.

Es bleibt wohl nur noch zu erwähnen, dass ich und mein Freund tatsächlich geheiratet haben. Und Gott hat uns wirklich sehr glücklich gemacht. Ich könnte mir kein schöneres Leben vorstellen!



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