Wie Gott mich führt
Wenn wir mit Gott verbunden sind, haben wir den Schlüssel zum Glücklich- und Fröhlichsein. Gott ist der König, die höchste Kraft, dem Ehre und ewige Macht gebührt. Auch heute vollbringt Er das größte Wunder das es gibt - die Rettung eines Sünders. Dieses Wunder tat Er auch an mir. Als ich den Herrn suchte, antwortete Er mir und rettete mich aus allen meinen Ängsten. Ich weiß, dass ich mir die Freundlichkeit Gottes und der Menschen nicht verdient habe und nehme sie als Geschenk an. Mich von Gott abhängig zu wissen, macht mich reich. Denn mit der Zeit habe ich begriffen, dass in erster Linie die persönliche Beziehung zum Herrn wichtig ist. Seitdem habe ich viele Erfahrungen mit Gott gemacht, Er hat so viele Wunder an mir vollbracht. Und einige davon möchte ich hier mitteilen."Dankt dem Herrn, ruft seinen Namen an, macht unter den Völkern seine Taten bekannt. Singt ihm, lobsingt ihm, redet von allen seinen Wundern. Fragt nach dem Herrn und nach seiner Macht, sucht sein Angesicht allezeit."
Am 28. Mai 1999 kam ich mit meinen beiden Töchtern nach Deutschland. Allein das war schon Führung Gottes. Damals wusste ich noch nicht, dass es drei Jahre des Wartens und Hoffens werden würden. Jahre der Ungewissheit und doch Jahre des Glaubens. Sein Wort hat mich stets getröstet.
In diesen Jahren war Gott selbst unser Schutz, denn wir waren nicht versichert. Und Er war es auch, der uns das Nötige zum Leben gab, denn der Staat zahlt für illegale Einwanderer keinen Unterhalt."Der Herr ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn ernstlich anrufen. Er tut, was die Gottesfürchtigen begehren, und hört ihr Schreien und hilft ihnen." Psalm 145, 18-19
Eines Tages hatte ich mit meinem Fahrrad einen Unfall. Ich konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und fuhr in ein Auto. In meiner Situation konnte mir nur mein himmlischer Vater helfen. Also schloss ich meine Augen und betete. Als ich sie wieder öffnete, fragte mich jemand: "Ist Ihnen was passiert?". "Nein!", antwortete ich "Aber was ist mit dem Auto?". "Das ist nicht schlimm." Ich entschuldigte mich und machte mich so schnell wie möglich aus dem Staub.
Meine Kinder in meinen Pass einzutragen, war eine weitere Hürde. Dazu musste ich zur russischen Botschaft fahren. Als wir dort ankamen war es elf Uhr, die Botschaft schließt aber schon um zwölf Uhr. Der Anblick der Menschenmenge, die dort vor dem Eingang stand, nahm uns jeglichen Mut heute noch dranzukommen. Trotzdem stellte ich mich dazu. Die Wartenden wurden nach vorher verteilten Nummern aufgerufen und ich hatte keine mehr bekommen. Ehe ich mich versah, hatte mich die schreiende und drängelnde Menge bis vor die Pforte geschoben. Ich weiß noch, wie ich dem Kommandanten etwas von einem Pass zumurmelte. Als er die Tür für die nächsten Nummern öffnete, ging ich einfach mit hinein. Ich befürchtete, dass der Kommandant mich zurückrufen würde, aber nichts geschah. Voll Freude ging ich die Treppe hoch, doch dann erfuhr ich, dass der Beamte nur noch fünf Pässe bearbeitete. Dennoch stellte ich mich als siebte dazu. Die Person vor mir wurde abgewiesen, aber - oh Wunder - meinen Pass nahm er entgegen. Auch, dass ich die Gebühren in bar bezahlen durfte, war außergewöhnlich. Das Bild der im Regen stehender, fluchender und schreiender Menschen und Gottes Eingreifen in dieser Situation, versetzt mich in Staunen. Gott hat gekämpft und gesiegt.
Nachdem die Sache mit dem Pass geklärt war, brauchten wir ein Visum um eine Aufenthaltserlaubnis zu erhalten. Russische Bürger bekommen ihr Visum von der russischen Behörde. Wenn wir jedoch zu diesem Zweck in Russland einreisen würden, würde man uns nicht wieder zurück lassen. Es war ein weiteres Wunder, dass ich statt in Russland, in Österreich ein Visum bekommen konnte. Dem Herrn ist keine Sache zu groß, aber andererseits auch keins unserer Anliegen zu klein.
Inzwischen ist unser Aufenthalt in Deutschland legal, wir sind sozialversichert und ich habe eine offizielle Arbeitserlaubnis. Ich habe eine Arbeitsstelle und eine schöne, günstige Wohnung. Der Herr wusste, dass ich bereit war, wenn es so sein Wille sein würde, zurück nach Russland zu gehen, aber in seiner Güte führte er es anders. Gott ist keine Schablone, er handelt mit jedem Menschen anders. Gott ist ein persönlicher Gott und er spricht auch zu dir ganz persönlich durch die Bibel.
Manch einer denkt vielleicht wozu brauche ich Gott bei der Führerscheinprüfung. Tja, bei der theoretischen Prüfung hatte ich auch keine Probleme, aber die praktische Prüfung hätte ich ohne ihn wahrscheinlich nie bestanden. Zweimal bin ich bei der praktischen Prüfung durchgefallen, doch beide Male ohne besonderen Grund. Die Prüfer suchten sich Ausreden wie: unsichere Fahrweise, nicht genug aufgepasst, usw. Mein Fahrlehrer wunderte sich auch jedes Mal wieso ich die Prüfung nicht bestand. Er sagte zu mir, dass er wenige Schüler habe, die so gut und sicher Auto fahren wie ich. Nach so vielen Fahrstunden musste ich es ja auch irgendwann gelernt haben.
Und dann kam die dritte Fahrprüfung, ich war unheimlich aufgeregt und hatte Angst auch diesmal durchzufallen, denn das würde bedeuten, dass ich ein halbes Jahr warten müsste, bis ich die nächste Prüfung ablegen könnte. Und so lange wollte ich wirklich nicht auf meinen Führerschein warten. Doch auch diesmal meinte der Prüfer nach der Fahrstunde, dass ich durchgefallen sei, weil ich eine zu hektische Fahrweise hätte. Das wollte ich nicht auf mir sitzen lassen und es sprudelte einfach so aus mir heraus: Ich sagte ihm, dass er ungerecht sei und dass ich gut Autofahren könne und mein Fahrlehrer derselben Meinung sei und noch einiges mehr. Und oh Wunder, der Prüfer gab mir eine zweite Chance, nach allen anderen Prüflingen sollte ich mein Glück noch einmal versuchen. Als ich das hörte, rannte ich zu meiner wartenden Mutter ins Auto und betete zu Gott. Ich war so aufgewühlt, unruhig und ängstlich und ich wollte wissen was Gott dazu zu sagen hatte und schlug meine Bibel auf. Ich las den ganzen Römerbrief und hier sind einige Verse die mich besonders berührten:
Die ganze Zeit über beschuldigte Gott mich, doch ich las immer weiter und auf einmal kam die Wende."Da ist keiner der gerecht ist, auch nicht einer... Sie sind alle abgewichen und allesamt verdorben. Da ist keiner, der Gutes tut auch nicht einer."
Ich las und es wurde mir immer klarer, egal wie schlecht und sündig ich bin, Gott ist nicht so wie ich. Er ist treu und gerecht und was Er versprochen hat, das hält Er auch. Ich bekam von Gott eine tiefe Ruhe und inneren Frieden, denn ich wusste:"Sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist." Römer 3, 23
Und schon kam der Prüfer erneut auf mich zu und fragte mich, ob ich dazu in der Lage sei, die Prüfung noch einmal abzugeben. Ja das war ich, denn ich wusste, Gott würde mich durchtragen. Während der Prüfung musste ich in eine enge Strasse einbiegen, die von beiden Seiten mit Autos zugeparkt war. Wir fuhren eine ganze Weile, bis die Straße mittendrin durch ein quer stehendes Auto versperrt war. Ich konnte nicht weiterfahren, aber auch nirgends umdrehen. Der Fahrlehrer flippte total aus, denn er dachte die ganze Mühe wäre umsonst gewesen und ich würde hier nie rauskommen. Der Prüfer sagte nur: "Jetzt bin ich aber mal gespannt wie Sie uns hier rausführen." Und dann bin ich den ganzen Weg rückwärts wieder rausgefahren und zu allem Übel ging es auch noch bergauf. Nach dieser Aktion war allen klar: Ich hatte die Prüfung bestanden und musste keine weiteren Beweise für meine Fahrkünste anführen. Gott hatte mich durchgeführt, so wie er es versprochen hatte."Alles was ihr bittet im Gebet, wenn ihr glaubt, so werdet ihr es empfangen." Matthäus 21, 22
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