Was ist Leben?
So mit 13 oder 14 Jahren kommt jeder in das Alter, in dem er sich fragt: "Wer bin ich?" oder "Wozu lebe ich?". So war es auch bei mir - ich wusste nicht wohin ich gehörte. Zu meinen Freunden gehörten einerseits welche, die Gott nicht kannten, andererseits ging ich auch zur Jungschar und hatte dort ebenfalls Freunde.
Doch ich hatte das Gefühl zu keinem wirklich zu gehören. Wenn ich zur Jungschar ging, redete und zog ich mich an wie es dort üblich war. Und in der Schule passte ich mich den anderen an. Mein Leben war nur darauf ausgerichtet den Menschen zu gefallen. Und weil das nicht immer klappte, machte es mich innerlich ganz kaputt.
Doch Gott redete zu mir. Das erste Mal merkte ich es im Gottesdienst, wo ich eigentlich auch nur zu besonderen Anlässen hinging. Nach der Predigt als zur Umkehr gerufen wurde, merkte ich, dass mein Herz raste. Mir war ganz schlecht in der Magengegend. Es zog mich, ich wusste damals noch nicht was es war, doch ich war noch nicht bereit, ich wollte mein altes Leben noch nicht aufgeben, und so blieb ich sitzen.
Aus dem Jungscharunterricht und von meinen Großeltern wusste ich, dass Gott irgendwann aufhört zu rufen und anzuklopfen, dann würde es zu spät sein - auch für mich. Manchmal lag ich nachts wach und dachte darüber nach, was passieren würde, wenn mein Herz taub für sein Rufen wäre. Ich wollte nicht, dass es soweit kommt. Aber - ihm mein Leben übergeben? Das hieße auch einige Gewohnheiten zu ändern oder ganz sein zu lassen. Und so wartete ich.
Bis dann ein Evangelist (O. Rivinius) eine Predigt über den Propheten Daniel brachte. Er sprach über das Gastmahl des Belsazars. Belsazar hatte alles, er war König über Babel. Ein großer Mann, der über viele Völker herrschte. Doch er lästerte über Gott und betete hölzerne und steinerne Götter an. In demselben Augenblick schrieb Gott mit seiner Hand an Belsazars Wand: MENE MENE TEKEL U-PARSIN. Daniel konnte die Schrift als einziger deuten. MENE bedeutet: Gott hat Belsazars Königtum gezählt und beendet. TEKEL - man hat ihn auf einer Waage gewogen und zu leicht befunden. PERES - Belsazars Reich wird zerteilt und den Medern und Persern gegeben. Belsazar wurde in derselben Nacht getötet. Gott hatte ihn gewarnt, ihm eine Möglichkeit gegeben Buße zu tun - doch er tat es nicht.
Wenn ich in jenem Moment gewogen werden würde, wäre ich auch zu leicht befunden, dass wusste ich genau. Dann würden mir auch keine Freunde oder alten Gewohnheiten mehr nützen. Als der Evangelist noch sagte, man solle sich keine Gedanken darüber machen was die Leute denken würden, wenn man sein Leben Gott übergebe, fürchtete ich mich nicht mehr vor den Veränderung die Christus in mein Leben bringen würde und öffnete ihm die Tür zu meinem Herzen, an der er schon so lange klopfte. Ich brachte alles vor das Kreuz Jesu. Ich sagte ihm, dass ich ein Sünder sei, der es eigentlich nicht verdient hätte von ihm so bedingungslos geliebt zu werden. Doch Gott nahm mich an. Er zeigte mir, dass gerade für meine vielen Sünden sein Sohn gestorben sei. Jesus war ganz ohne Schuld, doch weil er mich so lieb hat, nahm er alles Schlechte was ich getan hatte auf sich und starb am Kreuz, wo eigentlich ich hätte hängen müssen. Doch dieser Jesus, dem die Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben worden ist, ist nicht in seinem Grabe geblieben - er ist auferstanden! Und ich mit ihm! Ich bin zu einem neuen Leben mit ihm auferstanden! Wiedergeboren!
Jesus Christus vergab mir und machte mich ganz rein, als wenn ich noch nie gesündigt hätte. Er legte sein eigenes Leben in mich hinein und nahm mich in sein Reich auf. Innerhalb eines Augenblickes wurde ich für immer von der Sorge befreit, dass ich in das Gericht Gottes kommen könnte. Nichts und niemand kann mir das Leben in Christus wegnehmen.
Ich spürte, wie eine große Last von meinem Herzen fiel. Gott gab mir die Zusicherung, dass ich nun zu ihm gehörte. Nun hatte ich endlich Frieden in mir. Jesus hatte Satan besiegt, der bislang über mein Leben bestimmt hatte.
Im Laufe der Jahre, die ich jetzt im Glauben bin, gab es nicht immer nur Sonnenschein. Gott bewahrt uns nicht immer vor Sorgen und Schwierigkeiten, aber mein Trost ist, dass er mich nie alleine lässt, erst recht nicht in Nöten. Er hilft mir durch schwere Zeiten. Ich gehöre zu ihm - jetzt weiß ich wer ich bin. Ich muss nicht länger Menschen gefallen, denen man es eh nicht recht machen kann. Denn Gott nimmt mich mit all meinen Schwächen an und gibt mir Frieden und Geborgenheit. Vor der Entscheidung mein Leben Gott zu übergeben, war meine Seele sozusagen tot, meine alte Natur/Wesensart war krank durch die Sünde. Doch Gott hat mir durch die Wiedergeburt eine ganz neue Natur gegeben, er gibt meinem Leben einen Sinn. Dieser Sinn besteht darin, mich zu einem Kanal zu machen durch den sein Liebe zu anderen Menschen fließen kann.
Das ist Leben!
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