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Mein Leben vor und mit Christus

Meine Laufbahn begann etwa mit dem 10. Lebensjahr, habe damals angefangen zu stehlen, alles mögliche an Spielsachen. In der Schule war ich auch schon öfters aufgefallen durch mein aggressives Verhalten zu anderen Schülern. Zu dem Zeitpunkt habe ich mich mit meinen Geschwistern auch überhaupt nicht verstanden, war sozusagen der "Rebell" der Familie. Die wollten gar nicht mehr allein mit mir zuhause bleiben, weil es dann immer Streit gab. Mit 12 etwa habe ich angefangen zu rauchen, aufgehört zu Gott zu beten hatte ich schon länger, ich hab mich praktisch gar nicht um Gott gekümmert. Klar wollte ich mich auch irgendwann mal bekehren, aber erst wollte ich das Leben genießen.

Mit 15 kam Alkohol ins Spiel und die ersten Discobesuche und eh ich mich versah, war ich völlig auf der falschen Bahn. Mein Leben drehte sich nur noch um Partys, Alkohol, Spaß und sicher war kiffen auch immer mal angesagt. Was mich sehr geprägt hat, war damals: ich wollte, dass alle Respekt vor mir hatten, ich wollte was sein in dieser Welt. In meinen Kreisen konnte man dies nur erlangen, wenn man mitmacht oder sogar noch mehr! So begann das mit den ersten Prügeleien und es steigerte sich immer mehr, bis man einfach auf irgendwelche Leute losgegangen ist, die einem eigentlich nix getan hatten.

Kurz nach dem Strandfest 2001, wo ich wieder an einer Schlägerei beteiligt war, kam dann das bittere Erwachen. Eines samstagmorgens, ich weiß es noch genau, stand meine Mutter mit Tränen in den Augen an meiner Tür, mit einem Brief, wo ich zu einer Aussage bei der Polizei aufgefordert wurde, weil gegen mich eine Anzeige wegen Körperverletzung und schwerer Körperverletzung vorlag. An diesem Tag wollte ich aufhören mit solchen Sachen, ich wollte meine Eltern nicht mehr betrüben, besonders meinen Daddy, der Gemeindeleiter war und sowieso schon wegen mir in Kritik stand. Und dann sein Sohn im Jugendgefängnis?! Ich bin nämlich eigentlich davon ausgegangen, weil das die normale Strafe für ein solches Vergehen ist und der Kläger dazu noch zwölf Zeugen hatte. Nach außen habe ich mir aber nie was anmerken lassen, dass mich das belasten würde oder so. (Ach ja, mein Daddy war damals schon an Krebs erkrankt!) Da der Gerichtstermin erst fast ein halbes Jahr später sein sollte, hatte ich irgendwann vergessen, was ich mir vorgenommen hatte. Ich lebte mein Leben genau so weiter wie vorher. Als der Gerichtstermin jedoch näher gerückt war, wurde mir doch bange, ich fing wieder an zu beten. Ich wollte nicht ins Jugendgefängnis, ich würde mein Leben damit nur noch mehr kaputt machen, meine Ausbildungsstelle wäre damit auch weg gewesen.

Was mich vor Gericht sehr beeindruckt hat, war mein Vater, der trotz aller Peinlichkeiten zu mir stand. Der Gerichtsentschluss wurde bekannt gegeben, Gott hatte wunderbar geführt, ich wurde nur zu einer entsprechend hohen Geldstrafe verurteilt. Ich lebte aber weiter wie früher.

Irgendwann kam auf einmal der Wendepunkt in meinem Leben, ich hatte es satt mich immer zu betrinken und all die Discos und das Rauchen. Und Gott hat mir die Kraft gegeben, diese Sachen zu lassen, obwohl ich noch nicht sein Kind war. Was mich damals sehr geprägt hat, war das Leben meines Vaters. Ich wollte auch das was er hatte, diese Ruhe und Gewissheit, obwohl er schwer krank war, und die Liebe die er trotz allem zu mir hatte. Es war ein bisschen so, wie der verlorene Sohn und sein Vater. Meinen 18. Geburtstag werde ich wohl nie vergessen, mein Vater hatte sich extra fein angezogen, obwohl es ihm schon sehr schlecht ging, aber sein Sohn hatte Geburtstag und das war ihm wichtiger. Zwei Wochen später ist er dann in Frieden und glücklich im Herrn mit den Worten die auf einem Bild standen: "Christus ist Sieger", verstorben.

Was mir da ganz klar geworden war: ich wollte auch so ein Leben haben. Irgendwann an einem Sonntag im August, ich weiß nicht mehr genau wann, ist meiner Meinung nach auch nicht so entscheidend, habe ich mich dann für Christus entschieden. Ich dachte ab jetzt wird mein Verhalten und alles andere auf einen Schlag besser, ich werde mich komplett verändern. So wurde es mir eigentlich immer erzählt. Aber nein, was sich geändert hatte war der "Sinn", die Art und Weise über manche Sachen zu denken. Doch es war längst nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen. Nein, im Gegenteil, ich war ein bisschen enttäuscht um ehrlich zu sein. Aber ab da nahm Gott mich in seine "Schule" und Er machte mir klar, dass Er uns nicht verspricht, dass alles nach der Bekehrung nur noch schön sein muss und, dass ich alle Sünden sofort lassen werde. Dann würden wir ja hochmütig werden und andere verurteilen, die noch damit Probleme haben. Nein, Gott will keine hochmütigen Menschen.

Es gab große Tiefen in meinem Leben als Christ, ich war an Orten, wo ich eigentlich mit Schluss gemacht hatte. Aber Gott war treu und holte mich wieder aus den Tiefen, sei es durch einen Unfall oder sonstige Ereignisse. So ist mein Vertrauen zu Gott und die Liebe zu Jesus Christus meinem Herrn immer mehr gewachsen. Und im Sommer durfte ich öffentlich durch die Taufe den Menschen und Dämonen bekennen, dass ich mit "Jesus gestorben und wieder auferstanden, zu einem neuen Menschen bin". Ich will damit nicht sagen, dass ich nicht mehr sündige oder keine Fehler habe, oh nein, die sind noch zur Genüge da, aber ich bin immer noch in der Schule Gottes. Früher habe ich gedacht "alles egal, hauptsache Spaß", jetzt aber hat mein Vater im Himmel mir ein Ziel gegeben. Einst droben zu sein bei Ihm und hier auf Erden Christus ähnlicher zu werden nach Epheser 4,15:

"Lasst uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen zu dem hin, der das Haupt ist, Christus."

Ich kann jedem nur empfehlen ganze Sache mit Ihm zu machen, Er gibt deinem Leben einen Sinn.

Als Abschluss will ich hier noch einen Vers zum Nachdenken in den Raum stellen:

"Denn wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, damit jeder seinen Lohn empfange für das, was er getan hat, es sei Gut oder Böse." 2. Korinther 5,10



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