Endlich gestrichen

16. Juni 2008 von Alex

Ihr könnt euch gar nicht vorstellen mit was für einer Genugtuung ich gestern zwei Menschen aus meinem gedanklichen Gebetskreis gelöscht habe. Es gibt so einige Menschen, die mir am Herzen liegen und für die meine Frau und ich immer wieder beten. Der Gedanke, dass diese Menschen verloren gehen könnten und das nur, weil sie sich nicht für den Herrn entschieden haben, ist sehr erschreckend. Deswegen betet man immer wieder für diese Personen und hofft, dass sie endlich mal die Kurve kriegen und “ja” zu Jesus sagen. Gestern durfte ich Zeuge sein, wie zwei von Ihnen sich für die Errettung entschieden haben.

Ich hatte gehofft, dass sie sich einen Ruck geben und zum Sonntagsgottesdienst kommen. Immer wieder schaute ich zur Tür und war schon etwas enttäuscht als ich feststellte wie spät es schon war. Doch dann ziemlich zum Schluss traten die Zwei doch noch in den Saal. Der Gottesdienst schien mir, als wäre er nur für die beiden gemacht. Die letzte Viertelstunde war ich nur noch damit beschäftigt zu beten und für die Zwei zu bitten. Ich versuchte, nicht hinzusehen um nicht den Eindruck zu erwecken, dass ich sie zu etwas dränge. Es ist schwierig die Balance zu halten, zwischen auf die Nerven gehen und trotzdem immer wieder daran erinnern, dass sie Jesus nötig haben. Ich wollte also nicht aufdringlich sein und schaute deswegen nicht hin. Nachdem der Gottesdienst vorbei war, die Menge sich ein wenig auflöste, sah ich zu den Beiden rüber. Ich sah sie dort sitzen und mir war klar, dass ich nun hingehen sollte. Ich war noch nicht richtig angekommen, da sagten sie mir schon, dass sie sich bekehren wollen. Da ich selber noch etwas jung und unerfahren bin, zudem sich auch noch Personen im Raum befanden, die schon öfter Menschen geholfen haben den Schritt zu tun, schob ich die Aufgabe an einen unserer Gemeindeleiter weiter. Wir hingegen warteten, bis sie endlich wiederkommen und endgültig bestätigen würden nun Kinder Gottes zu sein. Die Zeit schien wirklich ewig, bis sie langsam runter kamen und den wartenden Freunden in die Arme fielen. Es ist schwierig die Bilder zu beschreiben, die man sieht, wenn Menschen sich weinend in die Arme fallen, weil sie Vergebung erlebt haben. Von einem Augeblick auf den anderen waren zwei Menschen da, die den Opfertod Jesu für sich in Anspruch genommen haben und augenblicklich gerettet waren. Als die Zwei nach Hause fuhren, stand ich etwas abseits. Ich sah, wie die Frau sich mit ihrem Arm bei ihrem Mann einhakte, wie sie zu ihm hochsah und sich die Freude in ihrem Gesicht spiegelte.
Das sind Dinge, die ich hoffentlich noch oft erleben darf.

Fehleinschätzung

13. Juni 2008 von Alex

Ich hatte schon einmal darüber geschrieben, dass ich nicht unbedingt ein Freund der Verkleidung bin. Heute Morgen ist mir wieder jemand begegnet, der mich daran erinnert hat. Seit Jahren treffe ich fast jeden morgen auf dem Weg zum Bahnhof diesen Mann. Wir treffen uns fast immer an derselben Stelle. Ich kann schon sagen wann und wie lange der Herr Urlaub hatte und wie viele Tage Krankheit die Firma ertragen musste. Er trägt immer Anzug und Krawatte. Sein Geschmack ist eher zurückhaltend, ich habe noch nie eine orangefarbene, gelbe oder vielleicht rosafarbene Krawatte an ihm gesehen. Er kleidet sich also eher konservativ. Heute Morgen sah ich ihn wieder – in Shorts. Das war schon ein sehr ungewöhnliches Bild. Kein Anzug, kein Hemd, keine Krawatte, dafür aber eine Tätowierung, die sich über den ganzen Unterschenkel verteilt hat. Das war etwas, was ich nicht erwartet hatte. Meine Einschätzung wäre gewesen, dass er kein einziges Ohrloch, geschweige denn Piercings hat, dass er sich in seinem Leben noch nie ein Abwaschtattoo, nicht mal ein kleines, aufgebracht hat, dass er Feinripp-Unterhemden trägt und in seiner Freizeit leidenschaftlich gern Schiller und Goethe studiert, während im Hintergrund Beethoven aus den Boxen klingt. Sollte er mal ein Päuschen brauchen, dann entspannt er sich bei einigen Seiten Brockhaus.

Diese Fehleinschätzung hat mich wieder auf den Gedanken gebracht, wie wir Christen oft sind. Wir ziehen Röcke an (ich nicht unbedingt), weil wir nun mal so erzogen sind. Menschen sagen dann: „Oh, guck mal, da ist wieder eine von den ganz Strenggläubigen“. Der Lebenswandel passt aber vorne und hinten nicht dazu. Wir kommen sinnbildlich mit der Bibel in der Hand an die Arbeit, sind aber sofort dabei wenn man hinter dem Rücken über Kollegen lästert. Wir sind christliche Unternehmer, dabei hinterziehen wir auch nur ein kleines bisschen Steuern und lassen uns auch nur ganz selten bestechen.

Ich wünschte mir, dass man einen Christen, da schließe ich mich mit ein, nicht an einem Kleidungsstück, nicht an frommen Sprüchen und nicht an der Bibel in der Hand erkennt, sondern an seinem Lebenswandel, an seiner Liebe zu den Nächsten und an seiner brennenden Liebe zu Jesus. Das Gute ist, auch wenn wir es nicht alleine schaffen können, brauchen wir nicht zu verzweifeln, Jesus bietet uns seine Hilfe an.

Urlaub für Anspruchsvolle

12. Juni 2008 von Alex

Es ist noch nicht lange her, seitdem meine Frau und ich aus einem Kurzurlaub zurückgekommen sind. An einem Mittwoch ging es los und Sonntags war der Spaß auch schon wieder vorbei. Ich beschreibe mal kurz wie es war, vielleicht kann ich ja jemanden dafür begeistern:

Wir mussten nur ca. 1 Std. mit dem Auto fahren, es hat nicht ganz gereicht um die volle Ladung Vorfreude zu entwickeln. Angekommen in unserem Hotel, ach quatsch, es war gar kein Hotel, es war eine Art Jugendherberge, schleppten wir unsere Sachen in den dritten Stock und schauten uns unsere Zimmer an. Eine Toilette gab es auf dem Flur, wozu auch die Verschwendung, es reicht doch dicke wenn 10 bis 15 Leute sich eine Dusche/WC teilen. Jeder halbwegs kostenorientiert denkende Mensch würde diese, mit Vernunft getroffene, Entscheidung zur Kostenreduzierung freudestrahlend begrüßen. Das Zimmer hatte ein Waschbecken, ein Bett, ein Fenster, einen Schrank und einen kleinen Tisch mit passenden, etwas in die Jahre gekommenen Stühlen. Was uns sofort auffiel, waren die Fußleisten, die nicht da waren. Zum ersten Mal fragte ich mich: Wozu eigentlich Fußleisten? Wer braucht so was?
Der Tagesablauf sah wie folgt aus: Morgens aufstehen und um 9:00 Uhr in einem ca. 150 Meter entfernten Nachbargebäude zum Frühstück eintreffen. Mit ca. 50 Mann am Buffet drängen und danach einen Freiwilligen finden, der bereit ist, die Tische abzuwischen und beim Abtrocknen des Bestecks behilflich zu sein. Danach ging es zum, nennen wir es mal „Seminar“, 1,5 Stunden Vortrag. Während einer von uns sich mit der Kleinen beschäftigte, durfte der andere gespannt dem Vortrag lauschen. Danach sofort wieder (um 12 Uhr) zum Mittagessen, dieselbe Prozedur. Schlange stehen, abwischen, abtrocknen usw. Nun endlich ein wenig freie Zeit, die mit Volleyball, Fußball oder Babysitten verbracht wurde. Danach wieder zum Abendessen, ja auch hier dasselbe wie schon die zwei Mahlzeiten zuvor. Nun nach einer kurzen Verdauungsphase wieder zum Seminar, Vortrag hören. Diesmal durfte der zuhören, der vormittags mit der Kleinen beschäftigt war. Danach noch einen kleinen Abstecher in das Kellercafé und schon war es Zeit ins Bett zu gehen. Wir haben in der ganzen Zeit nur einmal das Gelände verlassen um im Rewe etwas einzukaufen, ansonsten spielte sich unsere Zeit komplett auf dem Gelände der Herberge ab.

Und hat jemand Lust auf „Adventure-Urlaub“? Konnte ich etwa keinen begeistern? Wenn man sich die Rahmenbedingungen anhört oder ansieht, dann kann man sich kaum vorstellen, dass es ein wirklich gelungener Kurzurlaub war. Es hat soviel Freude gemacht, dass meine Frau und ich uns entschieden haben, in Zukunft lieber auf den luxuriöseren und aufregenderen Jahresurlaub zu verzichten, als auf diese Zeit, die wir hier genossen haben. Wir waren auf einer Gemeindefreizeit. Ca. 50 Mann, schätzungsweise, aus unserer Gemeinde waren da. Als Gast ist Kurt Becker unserer Einladung gefolgt und hat jeden Tag zwei Mal mit uns in Form eines Vortrages über das Wort Gottes gesprochen. Der Eine oder Andere mag denken, wie kann man so etwas spannend finden? Und glaubt mir ich kann diese Gedanken sehr gut nachvollziehen. Aber ich kann euch sagen: Es ist spannend. Mit so vielen liebenswerten Menschen, die alle erlebt haben wie real Gott ist, Zeit zu verbringen ist wunderbar. Es macht Freude, jeden Tag über Jesus zu sprechen und zwar, weil man Ihn kennt und Ihn erlebt hat. Es war eine von Gott gesegnete Zeit, bei der es überhaupt keine Rolle gespielt hat, wie die Zimmer waren und ob man ein Drei-Gänge-Menü serviert bekam.

Nicht mal daran gedacht

9. Juni 2008 von Alex

„Wir wollen Sie gerne haben!“ Ein toller Satz, vor allem wenn man ihn nach einem Bewerbungsgespräch hört. Das ist es doch was man wollte, oder? Darum hat man sich doch beworben.

Ich traf mich vor einiger Zeit mit einer Bankerin, die auch Christin ist, zum Mittagessen. Genau dieser Satz löste in ihr etwas aus, was es bei mir wahrscheinlich nicht getan hätte. Sie hatte sich auf eine Stelle bei einer Bank beworben, sie ist wie ich (nur schon einer Weile länger) Credit Analyst. Weil an ihrem Arbeitsplatz Umstrukturierungen stattfanden, entschied sie sich nach einem anderen Arbeitgeber Ausschau zu halten. Das ganze entwickelte sich allerdings schneller als erwartet und plötzlich hatte sie eine Zusage. Juhuu, hätte sie schreien müssen, tat sie aber nicht. Sie bat um Bedenkzeit. Der Grund war, dass sie sich noch um keine Gemeinde gekümmert hatte. „Hä,“ werden sich jetzt einige fragen und darunter werden auch einige Christen sein, „wieso denn das?“ Die kann man sich danach doch immer noch suchen, wenn man denn soviel Wert darauf legt. Wie gesagt, wäre das auch mein Denken gewesen. Ich hätte auch erst mal alles klar gemacht, die Stelle ist fix, dann zieht man um und überlegt sich in welche Gemeinde könnte man denn gehen.

Erst nach dem diese Dame mir davor erzählte, stellte ich fest wie ich in dieser Situation gehandelt hätte. Gott möchte in meinem persönlichen Leben an allererster Stelle stehen. Das tut Er aber nicht, ich rücke Ihn zwar immer wieder mal dorthin, verdränge Ihn kurze Zeit später aber wieder und ersetzte Ihn durch scheinbar wichtigere Dinge. Mal durch ein Auto, mal durch die Arbeit, dann durch Familie und Urlaub, oder sonstige Freizeitveranstaltungen usw. William McDonald hat mal geschrieben, dass das Aussuchen einer Gemeinde ungefähr genau so wichtig ist, wie die Wahl eines Partners. Wenn man bedenkt, was die Gemeinde für einen Einfluss auf jeden von uns hat, dann hat er wohl Recht. Es liegt viel an der Gemeinde, ob wir wachsen oder stagnieren. Ob wir „hinausgehen“ oder vor dem Fernseher hocken bleiben, ob wir fröhlich oder frustriert sind.

Die Dame hat übrigens eine Gemeinde gefunden, von der sie sehr begeistert ist. Gott hat ihr geholfen und sie in ihrem Vorhaben unterstützt. Schön, dass sie nach Gottes Willen gefragt hat.

Auch durch Tiefen

5. Juni 2008 von Alex

Eigentlich ist es soweit. Zumindest empfinden wir es so, dass unsere Tochter ein Geschwisterchen bekommen sollte. Auf die Frage: „Möchtest du einen Bruder oder eine Schwester?“ kommt wie aus der Pistole geschossen: „Buda“. Wir freuten uns auch sehr als es vor ein paar Monaten hieß: Nachwuchs im Anmarsch. Irgendwie ist man vom Gefühl her erst mit mindestens zwei Kindern eine richtige Familie, ich weiß, das ist Quatsch, aber ein bisschen mehr Familie ist es schon.

Wir fingen an Pläne zu schmieden. Wie wird es sein mit zwei Kindern? In der Wohnung können wir nicht bleiben, eine größere muss her. Ideen sprudelten in unserem Kopf, bis meine Frau mir plötzlich sagte, dass sie kein gutes Gefühl habe. Sie hätte eine Kiste hochgehoben, die wahrscheinlich etwas zu schwer war. Seitdem schien nicht mehr alles in Ordnung zu sein. Wir warteten noch einige Tage, dann ging meine Frau zum Arzt, der bestätigte, dass es kritisch wäre und das Baby in Gefahr sei. Der Arzt machte meiner Frau klar, dass sie momentan nicht in der Lage sei, sich um unsere Tochter zu kümmern. Schleunigst packte sie ihre Sachen, ihre Eltern waren so nett und erklärten sich bereit für eine Weile meine zwei Damen aufzunehmen. Am Abend bevor es losgehen sollte, wurden die Blutungen bei meiner Frau stärker. Auch das Gefühl, das Baby würde das Ganze nicht überleben, wurde stärker. Da an dem Abend sowieso nichts mehr getan werden konnte, entschieden wir uns am nächsten Morgen ins Krankenhaus zu fahren. Die Nacht verlief ganz normal und auch der Morgen kündigte sich freundlich an. Ich dachte schon wieder darüber nach zur Arbeit zu fahren. Es war offensichtlich, dass meine Frau einfach nur ein wenig Ruhe brauchte. Das mulmige Gefühl blieb jedoch und so entschieden wir uns trotz allem ins Krankenhaus zu fahren. Wir beteten vorher und baten Gott, dass er das Ganze in die Hand nimmt und es auch so führt wie es am besten ist, dann brachen wir auf.

Ich spielte nun schon seit einiger Zeit mit unserer Tochter im Wartezimmer eines Arztes zu dem uns die Klinik zur Untersuchung geschickt hatte. Maya tobte und schaute sich Bücher an. Dann endlich ging die Tür auf und meine Frau winkte mir zu. „Wir müssen ins Krankenhaus, die Schwangerschaft muss entfernt werden, das Baby ist gestorben.“ Dem war nichts hinzuzufügen. Hmm, dann hatte Gott das Baby also sterben lassen. Bis zu diesem Zeitpunkt waren wir noch voller Ideen und Erwartungen und plötzlich war alles dahin. Ich fragte mich was wohl der Grund dafür war. Gott tut nichts ohne guten Grund. Wäre das Kind vielleicht krank auf die Welt gekommen und Gott hatte uns davor bewahrt? Oder war es vielleicht was ganz anderes? Wir wussten es nicht und es half nun auch nicht darüber zu spekulieren. Es war Zeit, sich auf den Weg ins Krankenhaus zu machen. Wir fuhren zum Krankenhaus und waren wirklich überrascht, was für eine Ruhe Gott uns schenkte. Meine Frau war natürlich etwas aufgeregt, schließlich sollte sie bald unter Vollnarkose ein totes Baby aus dem Bauch geholt bekommen. Aber trotz allem war ich und vor allem meine Frau sehr gefasst. Als sie dann endlich ihr Zimmer bekam, ich ihre Sachen geholt hatte und wir etwas zur Ruhe kommen konnten, überkam uns eine riesige Freude. Freude, Gottes Gegenwart so deutlich zu spüren. Trotz der traurigen Situation spürten wir wie Gott uns tröstete. Meine Frau sagte: „Nun weiß ich was es bedeutet auf Gebetshänden getragen zu werden.“ Es war ganz klar und deutlich, dass in diesem Moment Menschen für uns beteten und Gott uns die Kraft gab dies zu tragen.

Wir können Gott dankbar dafür sein wie er es geführt hat. Auch wenn es uns nicht ganz klar ist warum so und nicht anders, so haben wir in der Vergangenheit gelernt, dass es sich lohnt Ihm zu vertrauen. Nun hoffen wir trotzdem, dass Maya in absehbarer Zeit endlich ihren „Buda“ bekommt.

Da bin ich wieder

3. Juni 2008 von Alex

Da bin ich wieder. Lange Zeit habe ich nun darüber nachgedacht ob ich wieder schreiben soll oder nicht. Hier und da auch mal pro und contra abgewogen, mir bewusst gemacht, dass es Menschen gibt, die vielleicht wissen wollen wie es jemandem geht, der Gott persönlich kennt, oder auch Menschen, die sonst gar nichts von Gott hören. Andererseits auch darüber nachgedacht, dass ich leider selbst viel falsch mache. So einige Blog-Einträge der Vergangenheit würde ich heute nicht mehr so schreiben. Einiges, habe ich geschrieben und musste im Nachhinein feststellen, dass wohl zum Zeitpunkt der Erstellung der entscheidende Funke Liebe gefehlt hat oder ein ziemlich großer Funke Stolz zu viel parat war. Die Gewissheit, dass es auch in Zukunft wieder so kommen wird, dass ich auch in Zukunft Blogs abliefern werde, die dem Anspruch unseres Herrn Jesus nicht gerecht werden, ließ mich überlegen: soll ich, oder soll ich nicht mehr schreiben? Die Leserzahl wird immer größer, somit steigt auch ein gewisser Druck, weil ich das Gefühl habe immer mehr Verantwortung zu tragen. Eine Verantwortung, der ich vielleicht nicht gerecht werde. Mehr werden aber auch die Kritiker. Kritiker, die mir etwas über Wissenschaft und die Unmöglichkeit des Glaubens erzählen. Da ich kein Wissenschaftler bin, kann ich dem nichts entgegenbringen außer: Ich weiß, dass Jesus lebt, weil ich Ihn erlebe.

Letzten Donnerstag nun sagte mir eine Arbeitskollegin, dass sie von meiner Homepage gehört hatte. Ein Kollege hatte es ihr erzählt. Sie hatte sich die Seite mal angesehen, fand es auch interessant. Nur aktualisieren würde ich ja nichts mehr. Das war für mich das Zeichen.
Erst vor kurzem, hörte ich, dass Gott auch durch Menschen zu uns reden kann. Wenn wir im Gebet auf eine Antwort warten, dann kommt es nicht selten vor, dass Gott durch einen anderen Menschen uns die Antwort gibt. Hier war sie, die Antwort auf meine Frage nach dem „Soll ich, oder soll ich nicht?“

Falsch priorisiert

25. März 2008 von Alex

Am Samstag war es wieder soweit, wir hatten einen Auftrag zu erledigen (nebenberuflich). Dazu mussten wir ca. 90 Kilometer fahren um die Kleine zu meiner Schwiegermutter zu bringen, die sich freundlicherweise immer wieder bereit erklärt auf sie aufzupassen, während wir arbeiten. Dann noch ca. 17 Kilometer zu dem Ort, an dem die Arbeit abgewickelt werden sollte. Wir standen morgens auf, machten uns fertig und wollten schon aufbrechen als mir einfiel, dass wir heute morgen noch nicht in der Bibel gelesen hatten. Oh man, dachte ich, die Damen sind schon angezogen, was soll ich denn jetzt machen? Ich entschied mich, meine Frau zu bitten während der Fahrt laut aus der Bibel vorzulesen. Gute Idee. Doch wie sollten wir beten? Ein kurzes Stoßgebet musste heute reichen. Als ich die Tür hinter mir zuzog, dachte ich noch: Wenn der Auftrag heute nicht klappt, dann bist du selber schuld.

Meine Frau war irgendwie lustlos an diesem Tag, sie bemühte sich nicht und man sah ihr an, dass sie eigentlich nach Hause wollte. Die Lustlosigkeit meiner Frau, das Wetter und mein Ärger darüber, führten dann auch dazu, dass aus dem was wir tun sollten auch nichts wurde. Alle Arbeit war umsonst, wir waren umsonst gefahren, wir hatten die Kleine umsonst bei meinen Schwiegereltern gelassen, wir hatten umsonst Material versaut und Zeit verschwendet. In mir kam Ärger über meine Frau hoch, wenn sie nicht so lustlos gewesen wäre, dann hätte das auch geklappt, dachte ich. Es meldeten sich Gedanken, dass das so nicht stimmte. „Kannst du dich noch erinnern, was du heute Morgen gedacht hast, als du die Haustür zuzogst?“ Ich wollte es nicht wahr haben, meine Frau war schuld…

Natürlich war nicht meine Frau schuld, sondern ich selber. Gott hatte mir den Hinweis gegeben, dass ich schon wieder dabei war, die Prioritäten falsch zu setzen und somit auch nicht auf Gottes Hilfe und Gnade hoffen konnte. Ich ignorierte es und dachte, dass wird schon. Zum Glück ist es nichts geworden, vielleicht werde ich das nächste Mal mehr Rückgrat haben und sagen, dass wir erst das Wichtige tun sollten: Gemeinschaft mit Gott haben.

Friedensstifter

25. März 2008 von Alex

Wer kennt so einen Menschen: Wenn er kommt und eine Weile da ist, dann ist Unruhe. Irgendwie schlägt die Stimmung um. Dann gibt es immer etwas zu diskutieren, immer ist etwas nicht so, wie es sein sollte und immer liegt Unzufriedenheit in der Luft. Man erwischt sich selber dabei wie man plötzlich mit diesem Menschen schlecht über andere, nicht anwesende Personen spricht, wie man lästert und sich lustig macht. Diese Menschen sorgen dafür, dass aus jeder Uneinigkeit ein Streit entsteht.
Dann gibt es noch das Gegenteil: Menschen, die für jedes Problem einen Lösungsansatz haben. Menschen, mit denen es schwer fällt zu streiten, weil sie es nicht zulassen. Menschen, die negative Stimmungen in positive verwandeln können. So einer will ich sein, ein „Friedensstifter“. Ich möchte, dass es unmöglich ist, mit mir zu streiten, nicht nur anderen Personen, auch meiner Frau. Ich weiß, dass es Zeiten gab, in denen das schon besser funktionierte. Es gab Zeiten, da war ich mehr darum bemüht den Streit abzuwenden als mein Recht einzufordern. Die letzten paar Diskussionen mit meiner Frau haben mir gezeigt, dass seitdem meine Beziehung zu Gott so kärglich geworden ist, auch alles andere anfängt zu zerfallen. Ich will, dass Gott wieder die oberste Priorität in meinem Leben hat, nur so kann ich es schaffen ein „Friedensstifter“ zu sein.

Mal wieder verspätet

17. März 2008 von Alex

Es ist 18:58 Uhr. Eigentlich sollte ich in 15 Minuten in Fulda einfahren, dann noch ein 15-minütiger Fußmarsch und ich wäre zu Hause. Doch das wird wohl heute nicht klappen. „Wegen einem Stellwerkschaden in Hanau ist die Weiterfahrt auf unbestimmte Zeit verschoben.“ kommt gerade durch die Lautsprecher gekrächzt.

Eigentlich las ich gerade ein Buch, doch es fiel mir zunehmend schwerer mich zu konzentrieren. Einige Reihen vor mir sitzen ein paar Herren, die sich lautstark über die Bahn beschweren. Begonnen hat es mit „Frechheit“, „So ein Mist“ usw. Mittlerweile sind wir bei: „Den Schaffner sollte man daraus holen und auf die Fresse hauen.“ „Alles Axxxlöcher!“ und weitere Worte, die diese Herren in ihren täglichen Meetings sicherlich nicht benutzen.

Ich kann den Unmut wirklich verstehen. Wenn man jeden Tag fährt, dann kann es einem schon mal auf den Senkel gehen wenn ständig etwas schief läuft. Es kann wirklich nerven, selten zur geplanten Zeit am Ziel anzukommen. (Momentan wird gerade über „Knarre rausholen“ gesprochen.) Wie gesagt ist das schon ziemlich nervig im Zug zu sitzen und nicht zu wissen, wann werde ich denn nun zuhause sein. Ein paar Sachen verstehe ich aber nicht. Erstens: Wie kommt es, dass Menschen, die sich sonst so kultiviert und gebildet benehmen und sich ausdrücken als hätten sie sich dem leidenschaftlichen Studium des Knigge verschrieben, nun auf einmal so ausfallend und abartig werden?

Zweitens: Einer der Herren schnauzte gerade die Schaffnerin an, worauf diese ihm entgegnete, auf der Autobahn wäre es sicherlich nicht besser. Die Reaktion der Schaffnerin brachte die Jungs dazu weise Sprüche von sich zu lassen: Sie würden das Zug fahren ja bezahlen, das sei der Unterschied. Die Schaffnerin würde überhaupt nichts verstehen und nicht weit genug denken.
Das sind also unsere Banker-, Unternehmensberater-, Wirtschaftsprüfer-, etc. -genies. Auto fahren ist natürlich kostenlos und wird bekanntlich immer billiger…

Und drittens: Warum werden einem alle anderen Passagiere völlig egal? Warum ist es in Ordnung alle anderen zu belästigen und dann auch noch zu glauben das gewünschte Sprachrohr zu sein? Warum wird der eigene Wille immer als der ultimativ richtige angesehen?

Hmm, ich weiß es nicht. Mir fällt nur gerade ein, während wir immer noch hier friedlich vor Hanau stehen und ich eigentlich schon vor 15 Minuten in Fulda angekommen wäre und nun gerade in dem Moment den Schlüssel ins Schloss gesteckt hätte, dass die Menschen doch alle von Grund auf gut sind, die schlechte Umgebung ist es, die uns schlecht macht, dass sagen zumindest die Leute, die schlau sind und einen Grund suchen, der Bibel zu widersprechen. Ach es klingt doch auch viel besser. Jeder hört wohl lieber, dass er gut ist anstatt schlecht. Hat zwar nichts mehr mit Wahrheit zu tun, ist aber egal. Wahrheit ist nicht das was wichtig ist, schön muss es klingen. So ich höre jetzt auf, obwohl, Zeit hätte ich. :-)

P.S. Gerade wird durchgesagt, dass wir noch ca. 30 Minuten hier stehen werden bevor es weitergeht. Eigentlich hätte ich nun schon lecker gegessen. Naja, zumindest sind unsere Kollegen etwas müde geworden, zu hören sind die Meckereien aber trotzdem noch. Vielleicht kann ich nun ja wieder lesen.

Fahrstuhl der Unentschlossenheit

10. März 2008 von Alex

Du stehst in einem Fahrstuhl und starrst auf die Knöpfe mit den Ziffern für die jeweiligen Stockwerke. Unentschlossen schaust du immer wieder von oben nach unten und wieder zurück. Keine Ahnung auf welchen Knopf zu drücken das Beste ist. Du möchtest fahren, weißt allerdings nicht wohin. Wenn du einen Knopf drückst, dann wird sich der Fahrstuhl in Bewegung setzen, ein Korrigieren ist dann nicht ohne weiteres möglich.

Meine Frau und ich fühlen uns wie in so einem Fahrstuhl. Es gibt offensichtlich einige Möglichkeiten wie unser Leben aussehen könnte, wir haben allerdings keine Ahnung, welche die richtige ist. Wir wissen nur, dass es nicht so bleiben soll wie es jetzt ist. So sitzen wir schon seit einer Weile in diesem Fahrstuhl und warten darauf, dass Gott uns durch den Lautsprecher sagt welchen Knopf wir drücken sollen. Für unseren Geschmack dauert das Ganze schon ein wenig zu lange. Zu lange wissen wir nicht, worauf wir uns denn nun konzentrieren sollen, wohin denn nun die Reise geht.
Vor kurzem habe ich eine Aussage gelesen, die sehr treffend ist: Gott hilft immer, spätestens rechtzeitig! Das habe ich bis jetzt in meinem Leben mit Ihm so erlebt und möchte auch dieses Mal vertrauen. Außerdem wissen wir:

„Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR; sondern soviel der Himmel höher ist denn die Erde, so sind auch meine Wege höher denn eure Wege und meine Gedanken denn eure Gedanken.“ Jesaja 55, 8-9

Also werden wir weiter, leider etwas ungeduldig, warten, bis Gott uns den richtigen Weg zeigt. Manchmal ist es ein wenig schwierig. Denn man glaubt, es wäre so viel besser zu wissen, was denn nun los ist. Man fragt sich, warum Gott denn solange wartet, das ginge doch alles viel einfacher, wenn man Bescheid wüsste. Manchmal merkt man danach, dass die Antworten oder Gebetserhörungen eben doch zum genau richtigen Zeitpunkt kommen, manchmal wird es nicht offenbar. Da Gott alles weiß, kann ich mich auf jeden Fall darüber freuen, dass Gott die richtige Entscheidung treffen wird. Mein Vater im Himmel weiß alles und kennt alles, wenn ich über dieses Privileg nachdenke, dann kann ich wirklich nur strahlen vor Freude.