Gottvertrauen

9. Oktober 2008 von Alex

Was ist Gottvertrauen? Ich denke jeder von uns hat eine bestimmte Meinung oder Vorstellung darüber. Wir haben auch mit Sicherheit schon Erfahrungen mit dem Vertrauen auf Gott gesammelt. Was ist also Gottvertrauen?

 

Ein sehr treffendes Beispiel erzählt Mary Gardiner Brainard:

 

„Im Augenblick, da ich diese Zeilen schreibe, sitze ich auf einem Stuhl. Und während sie diese Zeilen lesen, sitzen auch sie wahrscheinlich auf einem Stuhl. Während sie nun auf ihrem Stuhl sitzen, sollten sie einmal ihre Füße vom Boden heben. Damit setzen sie ihr ganzes Vertrauen in den Stuhl, dass er sie hält. Da sie nicht allwissend sind, können sie nicht hundertprozentig sicher sein, dass er nicht doch unter ihnen zusammenbricht. Trotzdem setzen sie ihr vollkommenes Vertrauen in diesen Stuhl und verlassen sich darauf, dass er sie hält. Entsprechend können sie auch ihr Vertrauen in Jesus setzen und Ihn zu ihrem Herrn und Heiland machen. Wenn sie auf ihrem Stuhl sitzen, bekommen sie den sicheren Halt, ohne dass sie etwas dazutun; und wenn sie sich auf Jesus verlassen, dann bekommen sie gleichfalls völlig umsonst das ewige Leben.

Ich würde lieber im Dunkeln mit Gott gehen, als allein im Licht.“

 

Ich habe in der Bibel von Josef gelesen. Er hat stets auf Gott vertraut und der Herr segnete alles was er tat, als Hausverwalter beim Potifar, als Insasse und Diener im Gefängnis und auch als Oberster beim Pharao. Der Herr segnete Josef, weil er völlig auf Ihn vertraute und das tat was Gott wohlgefällig war. Gott segnete nicht nur ihn sondern auch die, die um ihn herum waren, wie Potifar oder den Pharao mit seinem gesamten Volk. Und auch sein Vater und seine Brüder mussten nicht hungern, weil Gott Josef in seinem Tun segnete. Das bedeutet also, dass wenn wir auf Gott vertrauen, Gott uns segnet und auch Menschen in unserer Umgebung bekommen davon etwas ab, die Familie, die Gemeinde, sogar die Kollegen. Das heißt aber auch, dass wir in der Verantwortung diesen Menschen gegenüber stehen, dass ihr Segen oder sogar Selenheil auch von uns abhängt.

 

Aber warum vertrauen wir Gott so oft nicht oder erst dann wenn wir mit unseren Kräften am Ende sind? Die meisten von uns wissen doch aus Erfahrung, dass Gott uns helfen kann, sogar über das hinaus worum wir Ihn bitten. Wie oft ist es so, dass wenn z.B. das Kind krank ist und vor Schmerzen schreit, wir es zuerst mit Salbe, Tablette oder Zäpfchen versuchen, dann rufen wir die Mutter an und fragen sie um Rat und wenn gar nichts mehr geht, erst dann denken wir plötzlich an Gott. Erst dann bitten wir Ihn um Hilfe. Wieso erst dann und nicht gleich? Wieso musste das Kind so lange leiden?

 

Wie oft ist es auch so, dass wir zwar bitten aber nicht wirklich glauben? Ich habe ein witziges aber gleichzeitig auch ein ernstes und zum Nachdenken anregendes Beispiel gelesen:

 

Rüffel in einer Kirche des amerikanischen Mittelwestens: “Euer Unglaube, Schwestern und Brüder, ist ein Skandal! Wir sind hier versammelt, um ein Bittgebet an den Himmel zu richten, er möge uns nach der langen Trockenheit Regen schicken. Und was sehe ich? Nicht einer von Euch hat für den Heimweg einen Schirm mitgebracht.

 

In Matthäus 21,22 steht „Und alles, was ihr bittet im Gebet, so ihr glaubet, werdet ihr’s empfangen.“

 

Ich arbeite in einer Firma, wo einige Vorgesetzte gerne die unter ihnen stehenden rumschikanieren. Ich selber lasse mich oft davon fertig machen und bin dann geknickt, deprimiert oder sogar wütend. Vor einigen Wochen habe ich auf dem Weg zur Arbeit den Herrn um seinen Frieden gebeten. Ich merkte, dass mein Schichtführer mich ein paar Mal versuchte zu foppen, worauf ich jedoch irgendwie nicht einging und er mich dann in Ruhe ließ. Nach der Pause fragte er mich plötzlich ob ich Drogen genommen hätte. Ich schaute in fragend an. Na, weil ich heute total lässig und ruhig meine Arbeit tat und nicht wie ein Angestochener quer durch das Lager rannte wie sonst. Da merkte ich erst, dass der Herr mich erhört hatte und mir seinen Frieden gegeben hatte, den ich so dringend brauchte.

 

Weil der Teufel diese Verbindung, die wir mit Gott haben, nicht ausstehen kann, lenkt er uns mit vielen verschiedenen Dingen ab. Bei dem erwähnten kranken Kind bringt er uns durch das Geschrei und das Leid des Kindes so aus der Ruhe und macht uns gleichzeitig auf irgendwelche Hausrezepte aufmerksam, so dass wir erst dann an Gott denken, nachdem wir all diese Mittelchen ausprobiert haben und keine eigene Kraft mehr haben. Dann vertrauen wir uns erst Gott an. Und genau das ist das große Problem. Wir dürfen nicht erst auf uns oder jemand anderen vertrauen, sondern sofort auf Gott! Nur wenn wir schwach sind, kann Gott in uns stark sein. Nur wenn wir loslassen und Ihn machen lassen, erst dann kann Gott uns helfen. In den Psalmen kann man vieles darüber lesen wie David sich auf Gott verließ und Gott ihm in allen möglichen Situationen geholfen hat. Der 31. Psalm ist ein gutes Beispiel dafür, wie David auf seinen Herrn vertraute und das ist auch mein Wunsch für mich und für dich!

 

Dieser Beitrag wurde von Gastautor Viktor Bestvater geschrieben.

Annehmen lernen

22. August 2008 von Alex

Hat Gott eigentlich die Kontrolle über mein Leben oder nicht? Natürlich hat er das! Ich, der ich Jesus kenne, weiß auch, dass die Bibel wahr ist. Hinzu kommt, dass wohl jeder Christ und vielleicht auch Nichtchrist den Vers kennt, der besagt, dass uns kein Haar vom Haupt fällt ohne, dass Gott es zulässt. Das ist ein Vers der mich und so manchen anderen in schwierigen Lebensumständen schon getröstet hat.
Es ist allerdings so, dass ich nicht ganz korrekt bin. Kommen Dinge auf mich zu an denen ich nichts ändern kann, wo ich keinen Schuldigen ausmachen kann, dann suche ich Trost in dem Vers. Fällt also ein Baum auf mein Auto, dann kann ich keinem die Schuld geben. Dann nehme ich es zu Recht hin, weil ich weiß, dass Gott auch mit dieser Situation einen Plan hat. Was passiert aber, wenn mir jemand auf die Füße tritt? Nehme ich das dann auch hin, oder ist das dann eine andere Situation?

Vor einiger Zeit kam mein Chef auf mich zu und fragte mich, ob ich nicht einen Vortrag über Bankbilanzanalyse halten könnte. Es handle sich um einen kleinen Kreis (nur einige Personen) an Zuhörern, die bis dato auch noch keine Ahnung von diesem Thema hatten. Ich sagte zu. So nach und nach stellte sich jedoch heraus, dass die Situation wohl nicht so war, wie ich sie mir vorgestellt hatte. Aus einigen Personen wurden immer mehr. Aus denen, die mit diesem Thema noch keine Berührungspunkte hatten, wurden Personen, die zwar nicht im Bereich Bankenanalyse tätig sind, jedoch schon jahrzehntelange Erfahrungen in der Firmenkundenanalyse mitbrachten. Immer mehr Vorgesetzte meldeten sich zu dem Vortrag an und als Krönung sogar der Bereichsleiter, der die nachfolgende Hierarchiestufe des Vorstandes einnimmt. Als Raum wurde ein Sitzungssaal gebucht, in dem der Vorstand seine Vorträge hält (auch wenn das an der Sache selbst nichts ändert, mir brachte es noch zusätzliche Magenschmerzen). Immer mehr Menschen sagten mir, dass ich der Situation nicht gewachsen bin, und dass ich nicht genügend Erfahrungswerte habe um ein Vortrag vor diesem Publikum zu halten. Ich war mit den Meinungen voll einverstanden und machte mich auf den Weg um das auch meinem Chef deutlich zu machen. Ein Rückzieher war natürlich nicht mehr ganz einfach und mein Chef meinte, ich solle mich nicht so verrückt machen, sondern das Ganze als Chance sehen.

Ich hatte allerdings keine Lust das als Chance zu sehen. Ich musste einen Vortrag halten, von dem ich der Meinung war, ich hätte nicht genügend Ahnung. Chance hin oder her. Wo Chancen sind, da sind eben auch Risiken. Ich sah es eher als Risiko. Es macht nicht unbedingt den besten Eindruck wenn alle Welt sieht, dass man eigentlich weniger weiß als die, welche zuhören. Der Frust in mir stieg. Ich ärgerte mich über meinen Chef und hatte das Gefühl, von ihm verheizt zu werden. Ich machte meinem Ärger auch Luft und sprach mit so einigen darüber, dass ich das nicht in Ordnung fand. Meine Frau, unsere Freunde und auch die Arbeitskollegen kannten alle mein Problem. Ich konnte es nicht für mich behalten.

Am Tag des Vortrages kam mir der Vers, den ich oben schon erwähnt habe in den Sinn. Es fällt kein Haar von meinem Kopf, wenn Gott das nicht zulässt. Warum nahm ich es dieses Mal nicht so an? Ich war bei meinem Chef gewesen, ich hatte gesagt, dass ich es nicht angebracht fand, mich, der ich noch viel zu wenig Erfahrung auf dem Gebiet habe, über dieses Thema referieren zu lassen. Er wollte es trotzdem. Nun lag es doch an mir, es so anzunehmen, oder?
Der Vortrag kam und ging auch vorbei. Die Resonanzen waren gut. Verhältnismäßig viele Menschen sagten mir, dass es gut war. Auch Menschen, denen ich vertraue und glaube, dass es ehrlich war. Ich saß im Nachhinein da und schämte mich. Ich hatte mich bei jedem über meinen Chef beschwert und dabei gar nicht gemerkt, dass es nicht in seiner Hand lag. Gott hatte es so kommen lassen und zwar nicht ohne Grund. Er hatte einen Plan damit und wenn auch nur, dass ich lerne Ihm zu vertrauen. Ich hatte mich die ganze Zeit über die Sache und somit über Gott geärgert und Ihm indirekt Vorwürfe gemacht. Ich wollte die Situation nicht und war nicht bereit sie von Gott anzunehmen.
Daran, dass es trotzdem gut gelaufen ist, sieht man nur einmal mehr, dass Gott eine unheimliche Geduld und Liebe hat.

Wenn ihr nicht Wunder seht…

21. August 2008 von Alex

Keiner von uns wäre so dumm wie Adam und Eva gewesen. Die kannten Gott persönlich, sie wussten doch ganz genau wie groß Gott ist und auch, dass Er gerecht ist. Warum müssen wir nun deren Fehler ausbaden? Es gab eine Zeit, wo ich genau das dachte. Dann stellte ich fest, Adam und Eva waren nicht dumm, sie haben einen Fehler gemacht. Ich vermute der Aufenthalt im Paradies wäre auch schon längst beendet, wenn Alexander Bestvater der erste Mensch auf der Erde gewesen wäre.
Aber kennt ihr die Geschichte von Thomas? Thomas war ein Jünger Jesu. Er hatte so viele Wunder gesehen. Er war immer und immer wieder dabei, wenn Jesus Kranke heilte, er war auch dabei als Jesus den Lazarus von den Toten auferweckt hatte. Jesus verspricht ihm, dass er nach seinem Tod auch auferstehen wird. Nachdem das nun passiert ist und die anderen es Thomas erzählen, sagt der doch tatsächlich:„Das glaube ich nicht.“ Er würde es nicht mal glauben wenn Jesus persönlich vor ihm stehen würde. Erst dann wenn er seine Finger in die Wundmale Jesu gelegt hätte, dann könnte er glauben.
Also ich bitte euch. Wie kann denn das sein? Er hat doch so viele Wunder gesehen. Was für einen schwachen Glauben kann man eigentlich haben?

Bezüglich unserer Selbstständigkeit war ich am Anfang sehr, sehr skeptisch. Ich wusste nicht, ob das so eine gute Idee ist. Dann hat Gott unsere Gebete erhört und eingegriffen. Er hat uns so viele Wunder sehen lassen, dass ich wirklich euphorisch wurde. In letzter Zeit wurde es wieder etwas ruhiger. Nichts überragendes passierte und so langsam fing ich an wieder zu zweifeln. Ich hatte doch so viele Wunder gesehen, ich bin doch nicht so kleingläubig wie der Thomas, oder? Und doch machte sich wieder Sorge breit.
Letzte Woche hat Gott mir einen Vers aus Johannes geschenkt: „Wenn ihr nicht Wunder seht, so glaubt ihr nicht.“ Steht dort. Mir geht das nicht mehr aus dem Kopf und es tröstet mich, es nimmt mir meine Sorge. Heute durfte ich wieder Gottes Eingreifen erleben und schon merke ich, wie ich wieder euphorisch werde.

Es ist wirklich toll Gottes Wirken zu sehen. Andererseits ist es wirklich traurig zu erleben wie wetterwendisch man ist. Von Kraft im Glauben bin ich offensichtlich noch sehr weit entfernt, schade.

Gefahr im Verzug

22. Juli 2008 von Alex

“Der Weg ist das Ziel”, sagt man hier und da mal. Es mag manchmal stimmen. Wenn ich in einem roten Cabrio mit einem Pferdeemblem auf der Motorhaube bei strahlendem Sonnenschein auf dem Weg ans Meer bin, dann würde die Aussage -zumindest aus meiner Sicht - voll zutreffen. Der Weg ist das Ziel. Wenn dir aber dein Chef sagt, fahr mal mit meinem Porsche ganz schnell zu einem Kunden und reparier ihm schnell den überlaufenden Abfluss, dann mag das zwar ganz schön sein den Porsche fahren zu dürfen, es wäre aber nicht angebracht den Weg zum Ziel zu erklären. Wenn du dann zurückkommst und dem Chef sagst: “Hey, du wolltest, dass ich schnell zum Kunden fahre und den verstopften Abfluss, der gerade das ganze Haus überschwemmt, repariere. Ich habe zwar nicht den Abfluss repariert, aber dafür habe ich es geschafft zwei Mal die Strecke hin und zurück zu fahren, und bist du stolz auf mich?” Ich glaube, deine Karriere als Abflussreiniger wäre damit gerade den Abfluss runter…

Das ist ein wirkliches Phänomen, aber genau das ist es, was ich als Christ und außer mir noch einige andere tun. Gott ermöglicht uns Dinge mit einem bestimmten Ziel. Gott gibt dir nicht mal eben hunderttausend Euro und sagt, schau mal ob du was Lustiges damit machen kannst. Er gibt auch nicht Begabungen, nur damit du das große Geld damit verdienen kannst.
Genau so eröffnet Gott uns nicht den Weg in die Selbstständigkeit, damit wir ein schöneres Leben führen können. Er hat damit ein Ziel, das für uns momentan ersichtliche Ziel ist, dass wir Gott dort an dem Platz besser dienen können. Mein Problem an der Sache ist allerdings, dass ich durch mein mangelndes Vertrauen so sehr auf das „selbstständig sein“ fixiert bin, dass ich das Ziel aus den Augen verliere. Ich will nicht einer neuen Arbeit nachgehen und nebenbei Gott etwas dienen. Ich will Gott dienen und nebenbei arbeiten. Denselben Fehler kann man aber auch in allen anderen Bereichen des Lebens machen. Ich muss da immer wieder an eine Begebenheit denken, die mir so weitererzählt wurde: Eine Gemeinde baute ein Haus. Auf der Gebetsstunde baten alle, dass Gott doch die nötigen finanziellen Mittel zur Verfügung stellen sollte, damit der Bau weitergehen konnte. Ein bekannter Prediger sagte im Anschluss an die Gebetsstunde: “Ich würde an eurer Stelle nicht um Geld beten.” Natürlich fragten die Mitglieder der Gemeinde warum. Die Antwort war mutig: “Weil Gott eure Gebete schon längst erhört hat und euch das Geld gegeben hat, ihr müsst es nur mal weiterleiten.” Es war wohl eine Gemeinde mit vielen wohlhabenden Geschäftsleuten. Diese Aussage hat mich zum Nachdenken gebracht. Diese Geschäftsleute, woher hatten sie ihr Geld? Hatte nicht Gott es ihnen durch seinen Segen geschenkt?

Ich hoffe, dass Gott uns hilft bei all unseren Vorhaben Ihn nicht aus den Augen zu verlieren. Ich möchte Menschen helfen zu Gott zu finden und nicht mich wie der reiche Bauer aus dem Lukasevagelium Kapitel 12 Vers 13-21 bereichern und zur Ruhe setzen (Ob das klappen würde, wenn ich das denn wollte, ist noch eine ganz andere Frage :) . Menschen die wunderbare Rettung, die wir erlebt haben näher zu bringen, das ist unser Ziel. Wenn es in einigen Jahren mal dahingeht, dann ist es völlig wurscht was ich alles geleistet habe, aber ob Menschen sich von Jesus haben retten lassen, das ist für ewig von enormer Bedeutung.

Veränderung

17. Juli 2008 von Alex

Seit einer ganzen Weile beschäftigen mich Themen, die mit unserer Zukunft zu tun haben. Es geht darum sich selbständig zu mache, somit stehen Veränderungen an, die auf den ersten Blick bei manchen Verwunderung hervorrufen. Aus einer scheinbar sicheren Zukunft, in eine scheinbar völlig ungewisse. Aus einem gut bezahlten Job, in einen sicherlich nicht mehr ganz so gut entlohnten. Aus einem Anzugjob im 41. Stock in Frankfurt auf ein Dorf mit Blaumann. Das kann schon mal Kopfschmerzen bereiten.
Aber es gibt Gründe warum ich das mache: Zum einen möchte ich hier und da mal meine Familie sehen. Ich habe keine Lust mehr, mich meiner Tochter und Frau immer mit Namen vorstellen zu müssen.
Zum anderen wollen wir wieder ein aktiveres Gemeindeleben führen. Die Zeiten, an denen wir wegen der Entfernung nur sonntagvormittags zum Gottesdienst können, sollen endlich vorbei sein und drittens wollen wir Gott mehr dienen.

Momentan haben wir einen kleinen Hauskreis. Da die Teilnehmer alle aus der Gegend unserer alten Heimat kommen, nehmen sie einen Fahrtweg von insgesamt 160 km in Kauf, nur um zum Hauskreis zu fahren. Ich bin verwundert und begeistert, dass das überhaupt solange gut geht, aber es hat natürlich auf Dauer keinen Zweck. Wir wollen also wieder in die Heimat ziehen um dort, sofern es Gottes Wille ist, auch noch weitere Hauskreise für Menschen, die Gott noch nicht kennen zu machen. Um ihnen die Möglichkeit zu geben, Fragen über Jesus und die Bibel loszuwerden und ihn dann hoffentlich auch ganz persönlich kennen zu lernen.

Was ich eigentlich sagen wollte ist, dass ich mir seit dem Beschluss diesen Weg zu gehen, unheimlich viele Sorgen mache. Obwohl Gott im Bezug auf diese Sache so unglaublich viele Wunder getan hat, obwohl ich ihn fast täglich im Bezug auf diese Sache erlebe, so bin ich doch unheimlich in Sorge. Das Risiko ist nicht wirklich groß, die Investitionen halten sich in Grenzen und wenn wir tatsächlich merken sollten, dass es nicht funktioniert, so glaube ich (unter normalen Umständen) auch wieder eine Arbeit zu bekommen.

Warum mache ich mir also Sorgen? Erst recht wo ich doch so deutlich die Hand Gottes spüre? Mir war schon seit einer Weile klar, dass der Teufel seine Hand im Spiel hat. Natürlich will er, dass ich mir Sorgen mache. Jesus sagt wir sollen uns nicht sorgen, weil Er für uns da ist.
Heute Morgen um kurz nach sechs, ich war selbst begeistert, dass ich um die Uhrzeit schon klar denken konnte, kam mir die Erleuchtung. Wenn der Teufel so sehr damit beschäftigt ist mich zu verunsichern, wenn er sich so bemüht mir Angst und Sorgen einzujagen, (und ich kann euch sagen er gibt sich wirklich sehr viel Mühe und meistens mit Erfolg) dann hat das doch nur einen Grund - er hat Angst, dass es Erfolg bringt. Erfolg im Sinne, dass Menschen sich von ihm abwenden und sich zu Jesus bekehren. Das bedeutet für mich doch nur eins - volle Kraft voraus.

Lebst du noch oder bist du schon tot?

11. Juli 2008 von Alex

Die meisten, die schon eine Weile Christ sind, kennen das: Die erste Freude nach der Bekehrung verblasst. Man wird ruhiger, nicht mehr so emotional. Manchmal haben andere dazu beigetragen, indem sie in ihrer Pseudo-Weisheit gesagt haben, dass die Bemühungen sicher gut sind, aber doch in die falsche Richtung gehen. Oder dass man das Ganze vielleicht nicht überstürzen soll, etwas ruhiger und besonnener angehen. Das tut man dann auch und bleibt besonnen, so besonnen, dass man Sonntags zum Gottesdienst geht, hier und da mal aus irgendwo herrührenden Schuldgefühlen einen kläglichen Versuch startet jemanden auf Jesus anzusprechen und ansonsten pflichtbewusst die tägliche, oder vielleicht auch wöchentliche Bibellese absolviert und schnell das 2,5- bis 3-Minuten-Gebet hinterher schiebt.

Doch wie es so schön in der Werbung heißt: “Das muss nicht sein”. Das hat Gott so nicht vorgesehen, Gott wollte keinen “besonnenen” im Sinne von halb toten Christen aus dir machen. Er hat dir die Freiheit geschenkt und er will dir auch die Freude dazu schenken. Er will dir Energie schenken.
Als ich mich bekehrte, da rief ich meine jetzige Frau an. Wir waren zu dem Zeitpunkt nicht zusammen, sie hatte sich nach ca. 5 Jahren von mir getrennt. Ich rief sie also an und erzählte, ich erzählte und erzählte. Ich redete von Freiheit, von Bekehrung, von Veränderung. Elena verstand überhaupt nichts und obwohl sie mich verlassen hatte, empfand sie es wohl als unhöflich mich zu unterbrechen. Sie ließ sich geschlagene 45 Minuten von mir berieseln. Warum habe ich das getan? Weil ich Gott persönlich erlebte, es war eine unglaubliche Energiequelle. Nach einer Weile wurde auch ich ruhiger, das Leben ging weiter, es waren nicht immer nur Höhenflüge. Auch mir hat man hier und da mal gezeigt, dass ich als Christ mit wenig Erfahrung vielleicht noch nicht alles so gut weiß. Sicher war es auch so.
Die Freude und Energie kommt aber aus der Beziehung zu Gott, es hat nichts damit zu tun wie lange du Christ bist. Auch heute kann ich noch emotional werden, wenn ich Gott ganz persönlich erlebe. Dann bekomme ich manchmal wieder so einen Redefluss. Dann strahle ich wieder über das ganze Gesicht und bin begeistert darüber ein Kind Gottes zu sein.

Das Ganze ist als würden wir in einer Eisdiele sitzen und einen Riesen-Milchshake vor uns haben, es steckt ein Strohalm drin und wir können trinken bis wir eine Gehirnvereisung bekommen. Als wir uns bekehrten, da haben wir diesen Eisbecher entdeckt und wie wild an dem Strohhalm gesogen. Nach einer Weile haben wir aufgehört und sitzen nun frustriert vor dem Becher, obwohl wir doch so gerne einen Milchshake hätten. Dann muss man sich doch fragen, warum trinke ich nicht?

Ich jedenfalls möchte aufhören “besonnen” zu sein, sondern viel mehr Gott erleben, weil es wunderbar ist. Dazu gehört es, dass ich an dem Strohhalm ziehe und ich mir Zeit für die Beziehung zu Gott nehme.

Vereitelt

1. Juli 2008 von Alex

Ich komme noch einmal auf den Urlaub zurück. Als wir dieses Jahr eine Freizeit mit Kurt Becker hatten, da sagte er an einem Abend, dass sie immer darum beten, dass Gott ihnen zeigt wohin sie in Urlaub fahren sollen. Wir hatten zwar auch schon für Urlaub gebetet, aber nie so richtig mit der Bitte darum, dass Gott uns klar zeigen soll, was wir tun sollen. Wir entschieden uns es dieses Mal zu tun. Eigentlich stand unser Urlaub schon fest. Wir freuten uns mit meiner Familie nach Italien zu fahren. Meine Eltern und Geschwister würden alle da sein, unsere Tochter hätte jemanden zum Spielen, alles schien perfekt. Bis mein Chef mir sagte, dass es vielleicht schwierig würde mit dem Urlaub. Kurz vorher hatte sich herausgestellt, dass ich an dem Samstag, an dem wir eigentlich in Italien ankommen wollten eine Klausur schreibe. Gut dachten wir, dann fahren wir halt einen Tag später. Dann kamen unsere Freunde aus dem Urlaub und überbrachten uns die freudige Nachricht, dass sie heiraten wollen. Und zwar an dem Samstag an dem wir uns erst abends von Italien auf den Heimweg gemacht hätten. Das würde bedeuten, wir müssten einen Tag früher fahren. Insgesamt also einen Tag später hin, einen Tag früher zurück und der Chef war auch nicht so begeistert von meiner Urlaubsidee. Wir beteten darüber und entschieden uns den Urlaub abzublasen. Prompt kam eine andere Gelegenheit. Freunde von uns fragten, ob wir nicht Interesse hätten mit ihnen nach Kroatien zu fahren. Wir sagten zu und machten uns auf die Suche nach einer kinderfreundlichen Unterkunft. Leider stellten wir nach einer Weile fest, dass für den uns zur Verfügung stehenden Zeitraum nichts mehr da war, zumindest nicht für eine Gruppe von acht Personen. Wieder sagten wir ab. Dann fragte mein Schwager (siehe letzter Blog) und wieder kam etwas dazwischen, was das Ganze unmöglich machte. Nun waren wir zwar immer noch mit einem befreundeten Paar auf der Suche nach einer Möglichkeit, aber daraus hat sich noch nichts ergeben. Meine Frau und ich beteten in der Zeit immer wieder, dass Gott uns zeigt wie unser Urlaub aussehen soll dieses Jahr.

Heute rechnete ich ein wenig rum und stellte fest, dass genau das Geld, was wir für den Urlaub zurückgelegt hatten, wir dringend für eine bestimmte andere Sache nötig haben. Gott hatte uns in diesem Fall davor bewahrt Geld für Urlaub auszugeben, was wir in einer anderen Sache viel dringender nötig haben. Er hat vier Urlaube vereitelt und uns somit aus der Patsche geholfen. Das ist der Grund warum ich auf Gott vertraue, weil ich immer wieder feststelle, dass Sein Blickwinkel eben doch um ein vielfaches über den meinen hinausgeht. Es ist wirklich wunderbar mit Jesus zu leben.

Nicht wie gewollt und trotzdem schön

27. Juni 2008 von Alex

Mein Schwager rief mich heute Morgen an und fragte, ob wir Lust hätten auch eine Woche nach Italien zu fahren. Sie wollen heute Abend losfahren, dort steht schon eine große Wohnung parat, in der wir alle Platz gefunden hätten. Hmm, dachte ich, Lust hätte ich auf jeden Fall. Ich versprach, nach einer Bedenkzeit, noch mal bescheid zu sagen und legte auf. Das ganze war ein wenig kurzfristig und bedeutete, dass ich heute für nächste Woche Urlaub nehmen muss. Da Freunde von uns morgen standesamtlich heiraten und wir Trauzeugen sein dürfen, würde das Ganze schon sehr stressig werden. Aber das ist eigentlich nicht das Problem, wir können recht spontan sein, wenn es um solche Dinge geht. Dann ist da natürlich noch der Kostenfaktor. Mein Schwager war so freundlich und bot uns an, auch kostenlos einziehen zu dürfen. Trotz all dem gibt es noch einige Dinge, die nicht ganz billig sind und bezahlt werden wollen. Ich fing an zu rechnen und zu überlegen. Zum Glück vergaß ich dieses Mal nicht, Gott um Rat zu fragen. Ich bat Gott uns zu zeigen, ob es denn auch sein Wille ist. Ich holte meine Bibel raus und noch vor dem Lesen ging mir ein Licht auf und ein Termin, der nächste Woche ansteht, fiel mir wieder ein. Damit war das Ganze wohl erledigt. Aber trotz dem, dass ich wirklich sehr gerne mitgefahren wäre, war ich froh über ein so prompte Antwort von Gott.

Zu fantastisch

25. Juni 2008 von Alex

Vor ein paar Tagen saß ich mit einer Kollegin beim Mittagessen. Wir kamen auf das Thema Partnerschaft. Und da ich durch die turbulente Beziehung zwischen meiner Frau und mir erst so richtig auf die Suche nach Jesus gegangen bin, ist das für mich oft der Aufhänger um mit Menschen über Jesus zu reden. Ich erzählte ihr von meiner Bekehrung, wie es dazu kam und was mich bewegte. Mein Gegenüber hörte mir zwar zu, doch hatte ich den Eindruck als wenn sie denken würde, ich redete von etwas Außerirdischem. Während dem Gespräch fiel es mir immer schwerer die Worte Sünde, Himmel und Hölle, Jesus und Teufel, auszusprechen. Ich versuchte zu erklären was ich meinte, doch je mehr ich das Gefühl hatte von Fantasie zu reden, um so schwieriger wurde es. Ihrerseits kam dann leider etwas, was ich oft höre: „Wenn das dazu beiträgt, dass wir liebevoller miteinander umgehen und anderen Menschen helfen, wenn wir dadurch zufriedener werden, dann ist das doch eine tolle Sache.“ Ich versuchte immer wieder zu erklären, dass es mehr ist als Menschen helfen, den Weltfrieden herstellen und auf Wolke Sieben schweben. Es geht um ewige Errettung oder ewige Verdammnis. Es geht um Ewigkeit, um eine Zeit, die nie endet. Um eine Entscheidung, die nicht rückgängig gemacht werden kann. Es ist die allerallerwichtigste Entscheidung im Leben eines jeden Menschen. Bei dieser Tatsache rückt doch der Weltfrieden ein kleines bisschen in den Hintergrund, oder?
Doch es hat keinen Zweck, es geht immer nur um den Weltfrieden. Wie erklärt man jemandem Dinge, die er noch nie erlebt hat? Wie soll ich jemandem Sünde begreiflich machen?

In Johannes 3 von Anfang, kommt Nikodemus, ein Pharisäer und oberster der Juden, zu Jesus. Er sagt ihm, dass er (im Gegensatz zu den anderen) doch erkennt, dass Jesus Dinge tut, die nur mit Gottes Hilfe getan werden können. Jesus antwortet ihm und spricht dabei Worte, die Nikodemus nicht versteht und auch ich im Leben nicht verstanden hätte. Nikodemus ist natürlich etwas durcheinander, an seinen Fragen merkt man, er ist irritiert. Im Grunde ist das ganze eine interessante Unterhaltung. Nun kommt aber noch eine spannende Aussage von Jesus in Johannes 3, 12

„Ihr glaubt nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie werdet ihr glauben, wenn ich euch von den himmlischen Dinge sage?“

Diese Aussage macht etwas klar. Es macht klar, dass wir nicht in der Lage sind die Herrlichkeit und das ganze Ausmaß der Gnade und Wirklichkeit Gottes zu verstehen. Vielleicht reichen uns unsere fünf Sinne nicht aus? Ist es so abwegig, dass Gott mehr ist als wir begreifen können? Wenn jemand blind geboren wird, dann wird es schwierig ihm die Schönheit der Natur klar zu machen, es ist unmöglich ihm zu beschreiben wie einzigartig und faszinierend die Blumenvielfalt ist. Bedeutet es jedoch gleichzeitig, dass es keine schönen Blumen gibt?
Stell dir nur mal vor, alle Menschen auf dieser Welt wären von Geburt an blind, nur du nicht. Du bist der einzige, der nicht blind bist. Nun hörst du wie die Wissenschaftler versuchen die Blumen zu erklären, sie ertasten sie, sie riechen an ihnen, sie hören und probieren sie auch mal, doch werden sie nie herausfinden, dass Blumen viele wunderschöne Farben haben. Deswegen sagt Jesus, dass wir nichts verstehen würden, wenn er vom Himmlischen reden würde. Es ist ja schon zu fantastisch wenn ich erzähle, dass Gott Gebete erhört, uns liebt und für unsere Sünden gestorben ist, dabei sind das Dinge, die jeder ganz persönlich erleben kann.

Nur nicht auf die Nerven gehen

17. Juni 2008 von Alex

Hat sich jemand von euch mal gefragt, sofern ihr Christen seid: „Wie und wann erzähle ich den Menschen am besten, von dem was mir mit Jesus passiert ist? Wie erzähle ich den Menschen, und vor allem wann, dass Jesu Angebot für jeden von uns überlebensnotwendig ist? Gibt es dazu einen optimalen oder einen total ungünstigen Zeitpunkt?“
Sicherlich gibt es bessere und schlechtere Zeitpunkte und es gibt auch Gelegenheiten, wo man es einfach tun muss und dann wiederum auch welche, wo man sich vielleicht lieber etwas zurückhalten sollte. Mir passiert es immer wieder, dass ich mich dann nicht mehr bremsen kann. Ich „texte“ die Leute regelrecht zu. Ich habe gemerkt, dass ich lernen muss, normal mit Menschen zu reden und sie nicht zu überfordern. Aber mal von dem „wie“ abgesehen, wann sollte man es tun und wann lassen? Wann man es lassen sollte weiß ich nicht. Ich glaube schon, dass es solche Situationen gibt. Es gibt bestimmt Zeitpunkte, wo man Menschen damit nur verärgert.

Zu dieser Frage hatte ich auch eine Meinung. Meine Meinung war: lieber nicht zu aufdringlich sein, lieber etwas zurückhalten. Wenn Menschen nach Jesus fragen, dann bin ich natürlich sofort zur Stelle und bereit ihnen etwas davon zu erzählen, aber bitte nicht so aufgezwungen. Die wollen das vielleicht gar nicht hören und ärgern sich über mich. Die wissen vielleicht schon alles und nun komme ich wie ein Verkäufer und will ihnen etwas aufschwätzen. Nein, es wird das Beste sein, ich halte mich etwas zurück.

Ein Buch hat mich in meinem Denken etwas ernüchtert: „Post von Graf Moderthal“. Auch wenn das Buch nur eine Geschichte erzählt, so macht es auf unglaubliche Weise deutlich, was in der Welt des Teufels so passiert, und was es für Reaktionen hervorruft, wenn wir dies oder jenes tun. So hatte sich in dem Buch jemand bekehrt, er hat Jesus aufgenommen und nach einer Weile kam ihm der Gedanke von Jesus zu zeugen. Unglaublicherweise waren seine Gedanken genau die meinen, und unglaublicherweise stelle ich fest, dass sehr viele Menschen dasselbe denken wie ich und der Mann aus dem Buch. Ich verrate nicht was in dem Buch steht, ich stelle am besten eine Frage: Wem, Jesus oder dem Teufel, ist mehr daran gelegen, dass wir nicht von Jesus reden? Wer wird Freude daran haben wenn wir sagen: „Ich sage lieber nichts, ich will mein Gegenüber nicht verärgern.“ Es ist doch nur dem Teufel daran gelegen, dass wir am besten gar nichts sagen. Noch eine Frage: Sind wir sonst auch immer so rücksichtsvoll? Liegt uns bei anderen Themen auch so sehr am Herzen den anderen nicht zu nahe zu treten? Ich muss zugeben, dass ich wohl nur beim Thema Jesus so unglaublich rücksichtsvoll bin. Dann muss ich mir allerdings eine weitere Frage gefallen lassen: Wer sorgt dafür, dass ich sonst auch mal pampig und rücksichtslos bin und wenn ich von Jesus rede auf einmal die Rücksicht in Person? Jesus wird es wohl kaum sein.

Nachdem ich für mich festgestellt hatte, dass dieses Denken unmöglich von Gott kommen kann und meine Ausrede nun weg war, stellte ich erst recht fest, dass ich kaum in der Lage bin über Ihn zu reden, weil mir der Mut fehlt. Ich glaube wir haben eher ein Problem damit, zu wenig von Ihm zu zeugen, als dass wir zu viel reden.