Gottvertrauen
9. Oktober 2008 von AlexWas ist Gottvertrauen? Ich denke jeder von uns hat eine bestimmte Meinung oder Vorstellung darüber. Wir haben auch mit Sicherheit schon Erfahrungen mit dem Vertrauen auf Gott gesammelt. Was ist also Gottvertrauen?
Ein sehr treffendes Beispiel erzählt Mary Gardiner Brainard:
„Im Augenblick, da ich diese Zeilen schreibe, sitze ich auf einem Stuhl. Und während sie diese Zeilen lesen, sitzen auch sie wahrscheinlich auf einem Stuhl. Während sie nun auf ihrem Stuhl sitzen, sollten sie einmal ihre Füße vom Boden heben. Damit setzen sie ihr ganzes Vertrauen in den Stuhl, dass er sie hält. Da sie nicht allwissend sind, können sie nicht hundertprozentig sicher sein, dass er nicht doch unter ihnen zusammenbricht. Trotzdem setzen sie ihr vollkommenes Vertrauen in diesen Stuhl und verlassen sich darauf, dass er sie hält. Entsprechend können sie auch ihr Vertrauen in Jesus setzen und Ihn zu ihrem Herrn und Heiland machen. Wenn sie auf ihrem Stuhl sitzen, bekommen sie den sicheren Halt, ohne dass sie etwas dazutun; und wenn sie sich auf Jesus verlassen, dann bekommen sie gleichfalls völlig umsonst das ewige Leben.
Ich würde lieber im Dunkeln mit Gott gehen, als allein im Licht.“
Ich habe in der Bibel von Josef gelesen. Er hat stets auf Gott vertraut und der Herr segnete alles was er tat, als Hausverwalter beim Potifar, als Insasse und Diener im Gefängnis und auch als Oberster beim Pharao. Der Herr segnete Josef, weil er völlig auf Ihn vertraute und das tat was Gott wohlgefällig war. Gott segnete nicht nur ihn sondern auch die, die um ihn herum waren, wie Potifar oder den Pharao mit seinem gesamten Volk. Und auch sein Vater und seine Brüder mussten nicht hungern, weil Gott Josef in seinem Tun segnete. Das bedeutet also, dass wenn wir auf Gott vertrauen, Gott uns segnet und auch Menschen in unserer Umgebung bekommen davon etwas ab, die Familie, die Gemeinde, sogar die Kollegen. Das heißt aber auch, dass wir in der Verantwortung diesen Menschen gegenüber stehen, dass ihr Segen oder sogar Selenheil auch von uns abhängt.
Aber warum vertrauen wir Gott so oft nicht oder erst dann wenn wir mit unseren Kräften am Ende sind? Die meisten von uns wissen doch aus Erfahrung, dass Gott uns helfen kann, sogar über das hinaus worum wir Ihn bitten. Wie oft ist es so, dass wenn z.B. das Kind krank ist und vor Schmerzen schreit, wir es zuerst mit Salbe, Tablette oder Zäpfchen versuchen, dann rufen wir die Mutter an und fragen sie um Rat und wenn gar nichts mehr geht, erst dann denken wir plötzlich an Gott. Erst dann bitten wir Ihn um Hilfe. Wieso erst dann und nicht gleich? Wieso musste das Kind so lange leiden?
Wie oft ist es auch so, dass wir zwar bitten aber nicht wirklich glauben? Ich habe ein witziges aber gleichzeitig auch ein ernstes und zum Nachdenken anregendes Beispiel gelesen:
Rüffel in einer Kirche des amerikanischen Mittelwestens: “Euer Unglaube, Schwestern und Brüder, ist ein Skandal! Wir sind hier versammelt, um ein Bittgebet an den Himmel zu richten, er möge uns nach der langen Trockenheit Regen schicken. Und was sehe ich? Nicht einer von Euch hat für den Heimweg einen Schirm mitgebracht.
In Matthäus 21,22 steht „Und alles, was ihr bittet im Gebet, so ihr glaubet, werdet ihr’s empfangen.“
Ich arbeite in einer Firma, wo einige Vorgesetzte gerne die unter ihnen stehenden rumschikanieren. Ich selber lasse mich oft davon fertig machen und bin dann geknickt, deprimiert oder sogar wütend. Vor einigen Wochen habe ich auf dem Weg zur Arbeit den Herrn um seinen Frieden gebeten. Ich merkte, dass mein Schichtführer mich ein paar Mal versuchte zu foppen, worauf ich jedoch irgendwie nicht einging und er mich dann in Ruhe ließ. Nach der Pause fragte er mich plötzlich ob ich Drogen genommen hätte. Ich schaute in fragend an. Na, weil ich heute total lässig und ruhig meine Arbeit tat und nicht wie ein Angestochener quer durch das Lager rannte wie sonst. Da merkte ich erst, dass der Herr mich erhört hatte und mir seinen Frieden gegeben hatte, den ich so dringend brauchte.
Weil der Teufel diese Verbindung, die wir mit Gott haben, nicht ausstehen kann, lenkt er uns mit vielen verschiedenen Dingen ab. Bei dem erwähnten kranken Kind bringt er uns durch das Geschrei und das Leid des Kindes so aus der Ruhe und macht uns gleichzeitig auf irgendwelche Hausrezepte aufmerksam, so dass wir erst dann an Gott denken, nachdem wir all diese Mittelchen ausprobiert haben und keine eigene Kraft mehr haben. Dann vertrauen wir uns erst Gott an. Und genau das ist das große Problem. Wir dürfen nicht erst auf uns oder jemand anderen vertrauen, sondern sofort auf Gott! Nur wenn wir schwach sind, kann Gott in uns stark sein. Nur wenn wir loslassen und Ihn machen lassen, erst dann kann Gott uns helfen. In den Psalmen kann man vieles darüber lesen wie David sich auf Gott verließ und Gott ihm in allen möglichen Situationen geholfen hat. Der 31. Psalm ist ein gutes Beispiel dafür, wie David auf seinen Herrn vertraute und das ist auch mein Wunsch für mich und für dich!
Dieser Beitrag wurde von Gastautor Viktor Bestvater geschrieben.